Emotionale Präsenz kostet Energie — auch wenn sie sich richtig und notwendig anfühlt.
Warum emotionale Verfügbarkeit Energie kostet — auch wenn sie sich gut anfühlt
Aufmerksam sein. Mitspüren. Stimmungen erfassen. Zwischen den Zeilen lesen. Für viele Frauen ist das kein Extra — es ist der Grundmodus.
Und es fühlt sich meistens richtig an. Sinnvoll. Nötig sogar. Bis irgendwann die Energie fehlt — und man nicht sagen kann, wofür sie draufgegangen ist.
Feinfühligkeit ist kein Defizit. Es ist eine Kompetenz: Du nimmst früh wahr, wie es anderen geht. Du passt dich an. Du spürst, was unausgesprochen bleibt.
Aber genau das bedeutet: Dein Nervensystem verarbeitet mehr. Keine Situation ist «nur» sachlich. Stimmungen werden früher bemerkt, Störungen intensiver empfunden. Das ist ein erhöhter Energiebedarf, den die meisten unterschätzen.
Im Job, wenn du Stimmungen im Team spürst. In Meetings, wenn du zwischen Personen ausgleichst. Im Alltag, wenn du Rücksicht nimmst. In Konflikten, die du vermeiden oder entschärfen willst. Emotionale Präsenz ist breit gestreut — und genau deshalb so ermüdend.
Das Problem ist selten, dass du nicht weisst, wann es zu viel ist. Das Problem ist, dass emotionale Verfügbarkeit in fast jeder Situation sinnvoll erscheint. Und so wird emotionale Arbeit geleistet, ohne je bewusst gewählt zu werden.
Wie du gesunde emotionale Präsenz von erschöpfender Verfügbarkeit unterscheiden kannst, ist ein Prozess. In meinem Kurs gebe ich dir den Rahmen dafür.
— Eine Frage für dich
Welche Form von emotionaler Präsenz gebe ich automatisch — und welche möchte ich bewusst verändern?
Elin Graf, M.Sc., ist eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin und Fachpsychologin für Psychotherapie FSP. In eigener Praxis in Horw bei Luzern begleitet sie Frauen mit Erschöpfung und anhaltender Belastung. Studio Klarzeit ist ihr Projekt für Frauen, die verstehen möchten, was sie erschöpft — statt nur Ratschläge zu bekommen.